Panel 2: Trends 2015|Von Krokodilen und Hologrammen - Wo ist die Richtung im Musikmarkt?

Passiver Hörer wird zum interaktiven Nutzer - MDR stellt Jump Radio Guide vor

Der Mitteldeutsche Rundfunk will ab Juli seinen Hörern den Jump Radio Guide, eine neuartige Kommunikations- und Interaktionsschnittstelle zwischen Radio und Handy anbieten. Der Dienst wird für alle gängigen Handymodelle verfügbar sein und die bisherigen Service- und Informationsdienste integrieren. Er wird dem Hörer ermöglichen, mobil mit dem Sender zu interagieren, ohne sich Telefonnummern merken zu müssen.

"Es geht darum, sich stärker am Hörer zu orientieren und diesen als Wertschöpfungsfaktor zu begreifen", sagte Jens Schöne, Beauftragter für neue Medien beim Mitteldeutschen Rundfunk. Die Bedeutung von Zusatzdiensten im Hörfunk sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Dabei müsse das Potenzial der über 65 Millionen Handynutzer in Deutschland genutzt werden.

Der Jump Radio Guide setzt auf GPRS-Technologie und soll in Zukunft die herkömmlichen SMS-Dienste von Jump ersetzen. Diese könnten dem Hörer durch die Zeichenbegrenzung nicht mehr ausreichend Informationen liefern, so Schöne weiter. "Wir werden zwei oder drei, hoffentlich auch fünf oder sechs Jahre mit dem neuen Modell arbeiten können. Der Abruf von Verkehrsinformationen wird dabei vermutlich die größte Rolle spielen."

Auf die Wandlung des Konsumenten vom passiven zum interaktiven Nutzer verwies auch Rupert Evans, Mangement Director bei Digimpro. "Jeder hat heutzutage die Möglichkeit, Musik selbst zu produzieren und anzubieten." Parallele Entwicklungen gebe es auch in der Filmindustrie. Nun müsse die Branche auf diese Trends reagieren. "Daran hat der Mobilfunkbereich eine große Zukunft, die allein daran ersichtlich wird, wie groß das momentane Interesse an Klingeltönen ist." Diese Einschätzung teilte auch Tina Rodriguez, Head of music department bei Vodafone. Die Zukunft nach dem I-pod gehöre multifunktionalen Geräten mit Mobilfunkverbindung.

Einen Blick in Zukunft der Speichermedien warf Prof. Cornelia Denz, Direktorin des Instituts für Angewandte Physik an der Universität Münster. "Ich bin überzeugt, dass auch Sie in zehn Jahren holografische Speichermedien für ihre Daten nutzen werden." Der Speichermarkt sie einer der größten Wachstumsmärkte; die weltweit zu speichernde Datenmenge verdopple sich alle 1-2 Jahre. Hologramme könnten mehr Informationen speichern und seien robuster und sicherer als herkömmliche Datenspeicher. Besonders in den Bereichen der Archivspeicherung und des Datenmanagements übers Internet werde die Holografie in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. "Momentan sind weltweit 10-15 Konzerne mit der Entwicklung von Holografie-Technologien beschäftigt. Erste Produkte sollen 2008 auf den Markt kommen"