2025: Adaptive Economy - Vernetzte Kunden - Digitale Geschäfte


Welche Rolle spielt der Mensch im digitalen System?

 

Der digitale Wandel, den der Zukunftskongress in den vergangenen zehn Jahren prognostiziert hat, ist inzwischen in den meisten Branchen mit Händen zu greifen. Von AirBnB über UBER bis Google dringen neue Angreifer mit der exponentiellen Dynamik der IT-Entwicklung in etablierte Märkte ein. Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil! Bereits im Jahr 2020 wird wohl jedermann zum Preis eines normalen Handys einen Supercomputer vom Schlage des IBM Watson in seiner Hosentasche haben. Kunden vertrauen dann oft ihrem Handy mehr als anderen Menschen. Denn das Gerät hat öfter Recht! Und das ist erst die Hälfte des Weges von 2025!

 

Ob Handel, Banken, Versicherungen, Tourismus, Mobilität oder Maschinenbau … der rasante Wandel der Geschäftsmodelle hat vor allem ein Prinzip: Zwischen die etablierten „Hardwareproduzenten“ und den Endkunden legt sich eine Software-Schicht der Datenaggregatoren. Mit ihrer Apps und elektronischen Assistenten bringen sie dem Endkunden echten Zusatznutzen und bringen sich zugleich in den Besitz von Daten. Der Effekt ist tückisch: Früher waren etablierte Unternehmen im Besitz der wichtigen Infrastruktur (Produktion, Logistik und Shops). Dies sicherte automatisch die Macht über das Geschäft. Doch die neue Digitalität entkoppelt den Besitz von Infrastruktur von der Deutungshoheit über Kaufentscheidungen. Zwar wird auch künftig noch Hardware produziert. Aber die Macht über die Kundenbedürfnisse liegt bei den Datenaggregatoren. Sie wissen wann welcher Kunde welches Bedürfnis hat. Dieses Wissen verauktionieren sie an die Produzenten. Dies ist eine klare Machtverschiebung. Zu Ungunsten der Hardwareproduzenten. Künftig gilt: Wer die Daten hat, definiert die Regeln.

 

Doch wer das Internet nur als neuen Vertriebskanal betrachtet, der hat die Logik der Digitalität nicht verstanden. Es geht nicht um den Hin-Kanal. Den wesentlichen Unterschied macht der Rück-Kanal. Denn die hier gesammelten Daten sorgen für einen rasanten Wandel auf Produktebene. In der Welt der Algorithmenlogik erfolgt die Differenzierung nicht mehr zwischen Standardprodukten verschiedener Hersteller. IM Gegenteil. Diese werden immer ähnlicher in Preis und Leistung. Die neue Chance der Differenzierung liegt in der Anpassung jedes Produktes: Individuell an den einzelnen Kunden und situativ an seine sich verändernden Nutzungssituationen. Es gibt 2025 keine Einheits-Kunden mehr, die zu Einheits-Preisen, mit Einheits-Datenschutzlevel, und Einheits-Zielgruppenbedürfnissen, Einheits-Produkte kaufen. Stattdessen zieht in unsere Geschäftsmodelle eine wohltuend, menschliche Logik ein: Wir haben keine Einheits-Kunden. Vermutlich hatten wir sie noch nie, aber wir haben Ihnen unsere Einheitsprodukte aufgezwungen. Dies wird sich jetzt ändern. Auf Grundlage von Datenanalysen mit denen Produkte und Services jeweils unter Berücksichtigung des individuell gewünschten Datenschutzlevels (Privacy by Design) adaptiv gemacht werden. Dies ist die Grundregel der kommenden „Adaptive Economy“.

 

Kurz gesagt: Im Jahr 2025 werden wohl weite Teile unseres Lebens, der Arbeit, der Bildung, der Medien, des Kaufens, des Reisens, der Mobilität … bis hin zu Liebe und Müßiggang auf Basis eines digitalen Betriebssystems ablaufen. Seine Apps sind die neuen Gatekeeper, die die Welt lebbar machen, weil sie die Komplexität reduzieren. Soweit so prognostizierbar!

 

Doch welche Rolle spielt der Mensch, im Betriebssystem des Lebens?

 

Die Anzeichen sind bereits sichtbar: Menschen beginnen ihr Leben zu vermessen und verändern damit die Geschäftsmodelle! In Medizin und Food durch Schrittzähler und Kalorienmesser. In der Information durch Twitter und Facebook, in der Wohnung durch Smart Home Steuerungen, in der Mobilität durch Quicar, UBER & Co. in der Produktion durch Industrie 4.0, etc. Dort wo der Mensch zum Teil des Betriebssystems wird, agiert er auf gleicher Hierarchiestufe mit der Technik. Er ist Sensor, Handlanger und Entscheider bei Konflikten konkurrierender IT-Systeme.

 

Der 2b AHEAD Zukunftskongress 2025 wendet sich gegen die moderne Maschinenstürmerei der Anti-UBERs, Anti-AirBnBs, Anti-Googles, so populär sie auch sein mag. Der Zukunftskongress versucht eine lebenswerte Vision des Miteinanders von Mensch und Maschine zu entwickeln. Denn das was wir bei AirBnB und UBER heute sehen, ist nur ein Vorgeschmack darauf, was wir in den kommenden Jahren in Ihrer Branche erleben werden.