Trendanalyse: 2021 - Geschäftsmodelle für eine Welt im Veränderungsstress.pdf
Noch ist es bei vielen nur eine Ahnung, bald wird es Gewissheit sein: Die Unsicherheit, die mit 9/11 und später mit der Wirtschaftskrise in unseren Alltag eingezogen ist, wird nicht wieder verschwinden. Vielmehr wird sie unser Leben und unsere Arbeit in den kommenden Jahren bestimmen. Wir werden diese Unsicherheit akzeptieren müssen! Das Ergebnis: So wie die vergangenen 60 Jahre und deren "Lebenslogik des unendlichen Wachstums" durch den zentralen Wert der "Sicherheit" geprägt waren, so zentral wird für die kommenden Jahre die "Ökonomie der Unsicherheit" sein. Oder einfacher gesagt: Unsicherheit zur Basis für Geschäftsmodelle und Gesellschaftsmodelle der Zukunft.
Dabei ist die reale Welt natürlich nicht unsicherer als früher. Doch wir empfinden es so. "WIR" ist die "Generation Schirrmacher", die Generation 40+ die aktuell die Themen in Medien, Wirtschaft und Politik bestimmen. Es ist jene Generation, die ihr bisheriges Leben als planbar und voraussehbar wahrgenommen hat und nun erkennt, dass diese Prognosefähigkeit verloren geht. Es ist jene Generation die es nicht schafft, die neue Geopolitik und die neuen Technologien so zu verstehen, dass sie ihre Werte und Traditionen für jüngere Generationen verständlich übersetzen könnte.
Diese gedankliche Unfähigkeit kennen wir bereits! Erinnern wir uns an Lessing, die Aufklärung und deren Aha-Effekt beim Erkennen, dass die Welt doch nicht so ist, wie bisher gedacht. Doch genau wie damals ... auch heute wird unsere Angst den Fortschritt der Welt nicht aufhalten!
In meiner heutigen Trendanalyse habe ich für Sie die Prognosen eines Hirnforschers, eines Bischofs und eines Schachgroßmeisters zusammengestellt. Es sind drei jener ausgewählten Experten, die beim kommenden 10. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks am 14./15. Juni 2011 in Braunschweig gemeinsam mit 200 Innovations-Köpfen, Marketingchefs und Personalleitern den Wandel unserer Geschäftsmodelle in Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb debattieren werden.
Lesen Sie schon heute, warum die mangelnde Prognosefähigkeit der Welt in Ihrem Unternehmen zu einer neuen "Ökonomie des Vertrauens" führen wird, warum unser Controllingwahn alles nur schlimmer macht und und warum wir unsere Einstellung gegenüber Maschinen verändern werden, wenn diese intelligenter werden und sich wie Menschen verhalten.
Wie funktioniert die "Ökonomie der Unsicherheit"?
Immernoch erscheint es uns in den berechenbaren Nachkriegszeiten geborenen als eine vorübergehende Krise, dass unsere Lebenswelten durch eine bislang kaum gekannte Unsicherheit des alltäglichen Lebens geprägt werden. Doch "unnormal" ist nicht unser heutiges Empfinden, sondern eher die "Berechenbarkeit" der vergangenen Jahrzehnte, sagt einer der wichtigsten Hirnforscher Deutschlands, Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther:
"Nicht die Sicherheit, sondern Unsicherheit und Unberechenbarkeit und Unvorhersagbarkeit sind wohl das vorherrschende Gefühl, das das Leben von Menschen überall auf der Erde seit Menschengedenken bestimmt hat. Und überall haben sie versucht, Kontrolle über das, was sie verunsichert, zu gewinnen. So recht gelungen ist das nie, aber bisweilen gab es Zeiten, in denen sich die Menschen der Illusion hingegeben haben, die Welt, die Natur, die Konflikte, die Probleme seien beherrschbar. Das war immer einer sehr attraktive Idee, die gegenwärtig in den Köpfen von Leuten vor allem der sogenannten westlichen Welt sehr tief verankert ist.
Aber hilfreich ist sie nicht, denn wir sind nicht die Beherrscher der Welt. Wir werden uns auch diesmal wieder damit abfinden müssen, dass es keine Sicherheit gibt, oder schlimmer noch, dass wir selbst mit unseren Versuchen, alles kontrollieren zu wollen, die Welt immer unsicherer machen." (Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther)
Die "Ökonomie der Unsicherheit" zieht auch in unsere Geschäftswelt ein. Waren es in der fordistischen Wachstumswelt eine Vielzahl fester Bindungen an Menschen, Unternehmen und Vereine, die den persönlichen Lebensrhythmus berechenbar gemacht haben, so wird diese bisherige Normalbiographie in unseren heutigen Zeiten der Digitalisierung gestört. Die bisherigen Bindungen lösen sich auf. Und Ersatz scheint nicht in Sicht.
Und langsam verstehen wir auch, dass unser Streben nach der viel beschworenen Wissensgesellschaft an ein Ende kommt. Wir stehen vor der Erkenntnis, dass unser von Goethe sehr faustisch beschriebenes Streben nach immer mehr Wissen "was die Welt im Innersten zusammen hält" völlig nutzlos ist. Wir haben uns eine Komplexität erschaffen, die die menschliche Kapazität übersteigt. Sie ist nur noch mit Technologie zu beherrschen. "Die Geister die ich rief, wird ich nicht mehr los!" Oder einfacher gesagt: Schon heute sind Maschinen klüger als Menschen!
Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir Technologie mehr vertrauen als Menschen, sagt David Levy, schottischer Meister im Schach, Großmeister und Autor des Buches "Love & Sex with Robots":
"We already trust machines more than humans. For example, many planes are controlled by an automatic pilot because the autopilots are better than human pilots in many situations. Eventually machines will become better than humans at medical diagnosis, surgery, ... all sorts of important tasks." (David Levy)
Dabei geht es gar nicht um die eher ideologische Frage, ob Computer intelligenter werden als Menschen. David Levy, der als erster Schachgroßmeister weltweit in den 70er Jahren gegen einen Computer spielte (und verlor) ist sich da nicht so sicher. Und auch Hirnforscher Prof. Gerald Hüther pocht auf den Emotionsvorsprung der Menschen:
"Computer sind nicht intelligenter als wir und werden das auch niemals sein. Sie können nur schneller und genauer all das berechnen und ausführen, wofür wir sie programmiert haben. Um intelligent zu sein, müssten sie etwas empfinden können, das ihnen sagt, was wirklich wichtig, für sie selbst wichtig ist. Aber dazu bräuchten sie Gefühle und die hat man eben nur, wenn man über einen Körper verfügt, der spüren kann, was er braucht, der sich meldet, wenn man etwas macht, was ihm schadet oder gut tut." (Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther)
Doch das bemerkenswert daran: Ob man das "Intelligenz" nennt oder nicht ... so apokalyptisch, wie uns unsere durch Science-Fiction-Filme geprägte Zukunftsangst weismachen will, wird die Welt des Jahres 2021 gar nicht. Vielmehr leben wir bereits damit: Jene 70% Internetnutzer und 25% Smartphone-Besitzer in Deutschland haben bereits begonnen ihren Maschinen mehr zu vertrauen als den bisherigen Autoritäten unserer Massenwirtschaft! Handys geben uns bessere Informationen als Reiseführer, Handys verstehen unsere Bedürfnisse besser als Markenhersteller, Handys bringen uns eine intelligentere Auswahl als Fachverkäufer. Dies empfinden wir Kunden nicht als schlimm.
Aber als Geschäftsleute sollten wir gewarnt sein, denn ob im Supermarkt oder Reisebüro, vor dem Fernseher oder im Kino, am Arbeitsplatz oder in der Schule ... keine unserer Kundenbindungen ist mehr von Dauer. Eine neue Endlichkeit bestimmt unsere Vorstellung vom Leben. Sie sorgt dafür, dass es kaum noch verlässliche Prognosen gibt: Arbeiten Sie im kommenden Jahr noch in Ihrer Firma? Kaufen Sie demnächst wieder die gleiche Automarke? Wählen Sie wieder dieselbe Partei?
... und wie ändert das Ihre Geschäftsmodelle in Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb?
"The world changes with every form of technological advance. We certainly will need to change our attitude towards machines, not only because of their coming intelligence but also because they will be able to behave in humanlike ways. This is the reason, why we do get feelings for machines. This has been demonstrated by the work of Clifford Nass and his colleagues at Stanford University. This is creating a new race with whom we will have to co-exist." (David Levy)
Ob die intelligenter und emotionaler werdenden Technologien wirklich zu einer neuen Rasse heranwachsen, mit der wir Menschen künftig co-existieren werden, können Sie mit David Levy und Prof. Gerald Hüther auf dem 10. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks diskutieren. Beide werden ihre Erfahrungen und Thesen mit den 200 Innovations-Köpfen, Marketing-Chefs und Business Developern aus den verschiedensten Branchen der deutschen Wirtschaft diskutieren.
Lernen von der Kirche: Unsicherheit zieht eine "Ökonomie des Vertrauens" nach sich.
Einig sind sich beide über die mangelnde Prognosefähigkeit, die im Jahr 2021 alle Bereiche der Lebenswelten der Menschen prägen wird ... von der wachsenden Komplexität der Technologien und des Alltags, über die Schwächen sozialer Sicherungssysteme bis hin zur Frage der Zukunftsfähigkeit Deutschlands im Zeitalter einer von China neu geprägten Weltwirtschaft. Welche Auswirkungen hat das? Wie müssen Unternehmen reagieren? Welche Strategien in Innovation, Marketing und Personalführung wandeln sich?
Hierzu empfiehlt sich ein Blick auf die Kirche. Seit Menschengedenken ist der Umgang mit den Unsicherheiten der Menschen das treibende ?Geschäftsmodell? der Kirche. Was können Unternehmen also davon lernen. Die Antwort von Prof. Dr. Friedrich Weber, dem evangelisch-lutherischen Landesbischof Braunschweig, ist eine "Ökonomie des Vertrauens":
"Glaube und Vertrauen sind die unauffällige aber grundlegende Voraussetzung jedes menschlichen Lebens. Sie nähren das Leben und lassen die Unsicherheiten, die zum Leben dazugehören ertragen. Gefährlich wird es, wenn das Vertrauen schwindet, wo es sich in nichts auflöst. Martin Luther kann sagen: 'Wo kein Glaube ist, da ist eitel Furcht, Angst, Scheu und Traurigkeit' und ich übertrage seine Aussage: 'Wo kein Vertrauen ist, da ist eitel Furcht, Angst, Scheu und Traurigkeit.' Vertrauen entsteht nicht aus einer singulären Erfahrung, es richtet sich auf das Ganze. 'Vertrauen ist der Ausdruck der Erfahrung eines umfassenden Sinns des Lebens und der Welt, mindestens aber der Frage danach.' (Zink) Den können sich verändernde Unsicherheiten nicht zerstören." (Prof. Dr. Friedrich Weber)
Auch der Bischof wird seine Thesen mit den CEOs und Business-Strategen des 10. Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks debattieren. Gemeinsam mit Top-Managern, Zukunfts-Köpfen verschiedener Branchen, Trendforschern und Extrem-Lead-Usern werden wir die Trends dieser neuen "Ökonomie der Unsicherheit" untersuchen und jene Geschäftsmodelle prognostizieren, mit denen die Unternehmen adäquat reagieren und die Unsicherheit in Geschäftschancen verwandeln.
JETZT NOCH ANMELDEN! 10. Zukunftskongress des ThinkTanks am 14./15. Juni
Der 2b AHEAD Zukunftskongress "2021 ? Generation Unsicherheit" hat den Anspruch, die innovativste Denkfabrik der deutschen Wirtschaft zu sein. In dem hochklassigen InvitationOnly!-ThinkTank entwerfen schon seit 9 Jahren 250 CEOs, VPs Innovation, Markenstrategen und Trendforscher ein Szenario für das Leben in 10 Jahren. Mit speziellen Konferenz- und Szenariotechniken debattieren sie die neuesten Trends für Innovationsprozesse und Kreativitätsmanagement in Medien- und Wirtschaftsunternehmen. Zentrale Fragen für den Zukunftskongress 2011 sind die Fragen nach den Lebens-, Arbeits- und Konsumwelten in 10 Jahren. Wie wohnen wir 2021? Wie arbeiten wir 2021? Wie konsumieren wir 2021?
Seien Sie dabei und melden Sie sich hier an: Programm & Anmeldung
In diesem Jahr hat der 2b AHEAD Zukunftskongress mit der Wolfsburg AG einen zusätzlichen, engagierten Premium-Sponsor gewonnen. Darüber hinaus wird die Veranstaltung in diesem und den darauffolgenden zwei Jahren durch den Personaldienstleister AutoVision GmbH, ein Volkswagen-Tochterunternehmen, als weiteren Premium-Sponsor unterstützt. Der Sponsorenpool wird durch die Co-Sponsoren Volkswagen AG und Braunschweig Beteiligungen GmbH ergänzt.
Treffen Sie u.a. die folgenden Vordenker:
Business:
Prof. Dr. Mei Zhaorong (China), Ex-Botschafter, Director, Institute of World Development Research (IWD) ... zum Thema: How to serve the chinese? ... oder: Welche Rolle deutsche Unternehmen 2021 in einer von China geprägten Welt spielen
Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs, Axel Springer Verlag ... zum Thema: Von den Medien lernen ... nach welchen Prinzipien Unsicherheit zum Geschäftsmodell wird
Tim Wittenbecher, CEO, BallyWulff ... zum Thema: So funktionieren Geschäftsmodelle mit der Unsicherheit
Dr. Michael Maier, Vorstand, FIDOR Bank ... zum Thema: Wie die Bank der Zukunft aussieht
Sam Mandel (USA), Executive Vice President, TweetDeck ... zum Thema: Wie Technologie die Privatsphäre abschafft und als Produkt neu erfindet
Ned Wiley (USA / D), Managing Director, Axel Springer Digital TV Guide ... zum Thema: Die Produkte: Adaptivität als entscheidendes Produktkriterium der Zukunft
Gesellschaft:
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher ... zum Thema: Der Mensch: So verändert sich unser Hirn im Umfeld von Unsicherheit
Daniel Domscheit-Berg, Wikileaks-Aussteiger ... zum Thema: Wie sieht die Welt aus, wenn es keine Geheimnisse mehr gibt
Prof. Dr. Friedrich Weber, ev.-luth. Landesbischof ... zum Thema: Von der Kirche lernen ... nach welchen Prinzipien Sicherheit zum Erfolgsmodell wird
Anke Domscheit-Berg, Vorstand Open Government, Ex-Director Government Relations, Microsoft ... zum Thema: Wie sich in der Welt der Unsicherheit politische Entscheidungsprozesse verändern
Prof. Dr. Thomas Schildhauer, Direktor IEB an der Universität der Künste ... zum Thema: Werden wir Technologie mehr vertrauen als Menschen?
Technologie:
Tan Le (Australia/USA), CEO Emotive ... zum Thema: Wie künftig Geräte mit Gedanken gesteuert werden
Philip Breus-Schneeweis (Austria), Gründer Wikitude ... zum Thema: Welche Entscheidungen uns Technologie im Jahr 2021 abnehmen wird
David Levy (UK), Schachgroßmeister, Buchautor "Love & Sex with Robots"... zum Thema: Wieso wir Maschinen mehr vertrauen werden als Menschen
Keiichi Matsuda (Japan/UK), Extrem-Architekt ... zum Thema: Wie eine Welt funktioniert, in der wir jederzeit und für jedermann unsere Gedanken zeigen
Prof. Dr. Karlheinz Brandenburg, MP3-Erfinder, Direktor Fraunhofer IDMT ... zum Thema: Wie aus Unsicherheit eine neue Innovationskultur entsteht
Prof. Adrian Bowyer (UK), University of Bath ... zum Thema: Wie 3D-Drucker die traditionellen Geschäftsmodelle verändert
... als Hosts im WorldCafe
Robert Amlung, Leiter Digitale Strategie, ZDF
Tim Gotthardt, Leiter Online Strategie, Audi
Stefan Jenzowsky, Senior Vice President, Siemens
... und in der Jury des Elevator Pitch:
Regina Mehler, Director Marketing, Adobe
Armin Molla, Leiter Innovation, ERGO direkt
Dr. Arne Schneemann, Leiter Geschäftsentwicklung, DB Fernverkehr
Oliver Syring, Vorstand, Wolfsburg AG
Termine
- 22. Mai 2012 Vorstandsklausur in Finanzbranche in Leipzig
- 23. Mai 2012 Keynote "Lebenswelten 2022" bei Unitex in Köln
- 24. Mai 2012 Keynote "Lebenswelten 2022" bei der Deutschen Bank in Bonn
- 05. Juni 2012 Keynote "Lebenswelten 2022" bei "Woche der Umwelt" im Bundespräsidialamt in Bonn
- 06. Juni 2012 Podiumsdiskussion bei HSH-Nordbank in Hamburg
Trendanalyse: 2021 - Geschäftsmodelle für eine Welt im Veränderungsstress

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